Ein Wunder geschieht

Für Slowenien war es jetzt auch schon zu spät. Ich erkundetet also so gut wie jede Straße auf meinem neuen Lieblingsberg und besuchte auch die Nachbarberge. Ein paar Straßen waren wegen Steinschlags gesperrt und ich wich auf unbefestigte, teils stark ausgewaschene Straßen aus. Auch hier hatte ich meinen Spaß. Feldwege sind umso interessanter, wenn es auch kleine Hindernisse gibt.

Monte Grappa
Triumpf Tiger 800 xcx voll beladen

Mein Mittagessen bestellte ich mir in einem Resturant, schnell gesellten sich zwei andere Motorradfahrer zu mir. Ihr Schwerpunkt lag an diesem Wochenende auf unbefestigten Straßen, die sie allerdings nicht fanden.

Weiter wollte ich Richtung Bozen, um am nächsten Tag meinem Vater etwas entgegen zu fahren. Allerdings kamen mir mal wieder dicke Regenwolken in die Quere und ich wich aus.

Am Abend war ich auf der Suche nach einem gemütlichen Zeltplatz. Mein erster Anlaufplatz war eine Wiese am Stausee lago del Mis. Hier war es sehr schön. Eine schmale flache Wiese verlief am Rande des Flusses der sich durch die hohen Berge zog. Zwei Campingbusse standen schon da, deren Besitzer wollte die Nacht dort verbringen. Campen war dort verboten und es wurde am

Eingang drauf hingewiesen, dass über Nacht die Schranke am Eingang geschlossen wird.

Mir war die Wiese zu nass und das Risiko vertrieben zu werden zu groß.

Blick im Nationalpark Belluneser Dolomiten von der Brücke über den Stausee lago del Mis ins Tal.
  • Aussicht am Torrente Cordevole
  • Aussicht am Torrente Cordevole
  • Aussicht am Torrente Cordevole

Meine zweite Anlaufstelle war eine einsame Stelle am Torrente Cordevole, die für Autofahrer nicht erreichbar war. Hier stank es ein wenig. Trotzdem war es wunderschön. Man sah über das Weite Bachbett wo sich der Fluss seine Wege bahnte. Dahinter türmten sich steile Gesteinsmassen, gesäumt von kleinen Bäumen, zu hohen Bergen.

Ich machte einen kleinen Spaziergang und traf dabei auf ein Reh. Ich schaute ihm lange beim fressen zu, dann bemerkte es mich und lief weg.

Ich wollte die Rehe nicht weiter stören und dem Gestank etwas ausweichen, so entschloss ich mich zu einem geschlossenen Campingplatz zu fahren den ich davor schon gesehen hatte.

Auf dem Weg dort hin hielt ich noch in einem kleinen Dorf an einer Bar an um meine Wasserflaschen aufzufüllen. Es war nur ein winziger Raum knapp 20 m² groß. Vier Typen waren dort, sie blickten mich skeptisch an. Ich fühlte mich nicht so richtig wohl. Ich fragte die Barkeeperin die sehr hübsch war und für mich nicht ins Bild passte, nach Leitungswasser. Sie lächelte mich an und nahm meine PETP Flaschen.

Der Typ der rechts neben mir stand, sagte ihr, dass er draußen eine raucht, ob das ok sei. Er war wohl auch nicht ganz so glücklich mit mir als Fremden hier. Die Barkeeperin bejahte dann machte sie meine Flaschen voll. Ich bedankte mich und war froh schnell wieder weiter zu können.

Nun endlich an meinem endgültigen Zeltplatz angekommen schaute ich mir erst einmal den Zeltplatz genauer an und baute dann mein Zelt auf. Als mein Zelt stand und ich mich daneben auf eine Bank setzte um zu Essen, es war noch nicht ganz dunkel, fing es plötzlich an, um mich herum kurz aufzuleuchten.

Ich dachte erst, es sei ein Knick in meiner Optik, dann sah ich, dass Glühwürmchen um mich herum flogen. Es wurden immer mehr. Sie blinkten wie verrückt und flogen ohne erkennbares System um mich herum. Es sah aus, als würde die Luft anfangen zu glitzern, es war magisch. Ich war froh genau dort zu sein. Das werd ich so schnell nicht mehr vergessen.

Triumph Tiger 800 nach Sonnenuntergang auf einem leeren Campingplatz mit Zelt und Glüwürmchen