Den frühen Vogel schnapp ich mir

Am nächsten Morgen startete ich den Tag noch vor dem Frühstück und machte einen kleinen Spaziergang. Man wird ja doch meistens positiv überrascht wenn man sich den Sonnenaufgang anschaut.

Nach dem Frühstück reichte ein kurzer Blick in den Himmel. In meiner Wahlrichtung (Slowenien) war es immer noch dunkel. Dicke Wolken hingen am Himmel, darum machte ich mich lieber in Richtung Süden auf den Weg. Anfangs waren die Straßen klitschnass. In Regen kam ich aber nicht mehr.

  • Aufgehende Sonne bei Toblach
  • Blick auf die Dolomiten von Toblach aus
  • Blick auf die Dolomiten von Toblach aus
  • Triumph Tiger 800 auf Nasser Straße
Triumpf Tiger 800 im Bachbett

Um ein Poserbild zu machen, stellte ich mein Motorrad in ein recht trockenes Bachbett. Warum ich die Chance nicht nutzte, um ein wirklich gutes Bild zu machen, weiß ich auch nicht mehr. Wahrscheinlich weil ich schon Ahnte, dass es für mich nicht leicht werden würde dort heraus zu kommen.

Ich war unfähig im losen Gestein zu wenden. Von Hand drehte ich den Tiger und fuhr ihn bis zur Einfahrt wo ich hergekommen war. Der 40 cm Absatz dort stellte sich nun als Hürde da. Hier hätte ich etwas schneller anfahren sollen. Insgesamt kann man sagen, dass ich mich hier sehr doof anstellte. Ich schaffte es auch nicht zum etwas flacheren Teil ein paar Meter weiter links zu kommen. Ich versuchte den Tiger die Stufe hochzuwuchten. Zwei Italiener kamen vorbei und halfen mir. Im Nu war die Maschine oben. Ich bedankte mich bei den Italienern und meine Schultern bedankten sich die nächsten drei Tage bei mir.

Ich fuhr über den Passo di Giau. Schon fast unheimlich leer war es dort. So kenne ich den Pass nicht. Ich machte eine kleine Pause. Eine Hand voll Motorrad Fahrer kam nach und nach.

Dann versuchte ich ein letztes Mal, mich in Richtung Slowenien durchzuschlagen. Doch wurde ich wieder von dicken Wolken und Donnergrollen zurückgedrängt und flüchtete Richtung Bassano del Grappa.

  • passo di giau
  • passo di giau
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Wolkenverhangener Berggipfel
  • Schützengraben auf dem Monte Grappa
  • Bunkeranlage auf dem Monte Grappa
  • Schützengraben auf dem Monte Grappa
  • Bunkeranlage auf dem Monte Grappa
  • Bunkeranlage auf dem Monte Grappa
  • Bunkeranlage auf dem Monte Grappa
  • Bunkeranlage auf dem Monte Grappa

Ich kam an einer alten Bunkeranlage aus dem ersten Weltkrieg vorbei. Ich packte meine Stirnlampe aus und lief eine Weile durch die Schützengräben und Stollen. Schon beeindruckend, was sie hier früher von Hand in den Berg getrieben wurde. Ob man die Aussicht noch genießen kann, wenn man gerade am Erfrieren ist? Keine schöne Zeit.

Glück für mich, viele der Versorgungswege sind jetzt einspurige asphaltierte Straßen. Genau das richtige für mich. Das heiße Wetter hielt mich an weiter zu fahren. Wo einst die Österreicher vergeblich versuchten, die Italiener in die Knie zu zwingen, versuchte ich nun meinen Tiger in die Knie zu zwingen. Wo damals ca. 25.000 Italiener und Österreicher starben, starb an diesem Tag zum Glück niemand.

Am Wegrand und in den Hügeln sah man überall Stollen, Gräben, kleine Höhlen und Bombenkrater. Ich war fasziniert.

Ich suchte mir einen Campingplatz im Süden am Fuße des Berges, hier tummelten sich viele deutsche Gleitschirmflieger und verschrammte Mountainbiker.