Besser etwas früher los.

Mein Vater wollte mit zwei Kollegen ein verlängertes Wochenende nach Südtirol und ich wollte mit. Es wäre ja auch schade gewesen, das Doppelzimmer nur halb zu besetzen.

Eine Wochenende zuvor entschied ich mich, spontan schon früher los zu fahren. Gerade als ich mich auf die Maschine schwingen wollte wurde ich noch an einen Geburtstag erinnert, der an diesem Wochenende statt finden sollte.

Endlich geht es los

Am Sonntagmittag konnte es dann doch endlich losgehen. So richtig fit war ich noch nicht, aber das Vesper war geschmiert und das Zelt ja eh schon gepackt. Nach einem längeren ritt suchte ich mir ein Stück Wiese am Waldrand und machte ein kurzes Nickerchen. Weit bin ich nicht gekommen. Das war auch gar nicht wichtig, ich hatte ja eh keinen Plan. Irgendwie in Richtung Serbien, dacht ich mir. An diesem Abend wurde es ein Campingplatz am Kochelsee.

  • Sonnenuntergang am Kochelsee
  • Sonnenuntergang am Kochelsee
Isartal

Im Fremden Zimmer

Am nächsten Morgen ging es mit der Kesselbergstraße gleich richtig los. So soll Motorradfahren sein! Das Kratzen meiner Fußrastennippel auf Asphalt zaubert mir ein Grinsen ins Gesicht, wenngleich ich doch weiß, dass es nicht weit her ist, mit der Schräglagenfreiheit meines Tigers.

Weiter ging es etwas gemütlicher durchs Isartal, mehr was fürs Auge als für den Gashahn.

4€ Maut und 20€ fürs Parken hinter einem Durchfahrt verboten Schild. Ich dachte, das sei OK da dort auch ein paar Baumaschinen standen. So arg wird der Naturschutz hier wohl nicht erst genommen. Ein Bauer, der natürlich genau dann vorbeikam als ich gerade mit meiner Kamera losmarschieren wollte, fand das nicht so gut. Er faselte etwas von irgendwelchen Vögeln, die weiter hinten brüteten. Dann fragte er mich, ob es ok sei, wenn er ein Bild von meinem Motorrad mache. Ich verneinte, er machte ein Bild von meinem Nummernschild und fuhr weiter in Richtung der brütenden Vögel.

Ich fuhr weiter Richtung Slowenien. Langsam kämpfte ich mich über den Gerlospass, vorbei an den imposanten Krimmler Wasserfällen, durch den Felbertauerntunnel bis zum Staller Sattel, wo ich in starken Regen kam. Es herrschte bittere Einsamkeit dort oben. Ich versuchte in einem Restaurant direkt an der Italienischen Grenze den Regen abzuwarten und nutzte das schlechte W-LAN, um mir eine billige Absteige zu buchen.

Die Angestellten des Resturants wollten schließen und ich wurde raus geschmissen. Der Regen schon nicht mehr ganz so stark. Ich nutzte die Einsamkeit des Passes und die kurze Regenpause für ein paar mittelmäßige Fotos. Danach machte ich mich auf den Weg an den Rand der Dolomiten, zu meiner Unterkunft in Toblach. Der Regen wurde wieder stärker.

Tropfend wie der Krimmler Wasserfall stand ich im Foyer eines wohl eher für den Winterbetrieb ausgelegten leer wirkenden Hotel und drückte die Klingel der Rezeption. Jemand kam und gab mir einen Zimmerschlüssel. Ich schleppte einen Teil meines Krempels zu meinem neuen Zimmer. Auf dem Bett lag schon ein Koffer. Sein Inhalt war rund im gesamten Zimmer verteilt.

Sofort fühlte ich mich wie zu Hause. Da ich aber damit rechnete, dass früher oder später hier noch ein Zimmergenosse aufkreuzen würde, ließ ich mir ein anderes Zimmer geben.

Nächster Tag